Der "Aufmarsch" am Bückeberg

Anmarsch

Aufstellung einer Kolonne in Sechserreihe, undatiert (1933-1935)

Die geschlossene Formation löste sich während des kilometerlangen Marsches zum Bückeberg jedoch bald in einen lockeren Strom von Menschen auf.

Stadtarchiv Hannover, 3 NL 342 Nachlass Hampel, Bückeberg I, Nr. 15, Foto: Erich Hampel

Militärische Formen und Begriffe prägten die Veranstaltung am Bückeberg bis in Details. Die Besucher strömten in Marschsäulen Marschlieder singend über Kolonnenstraßen aus allen Richtungen zum Aufmarschplatz. Das Marschieren in Kolonnen war als beliebteste Form der NS-Selbstdarstellung allgegenwärtig. Die marschierende Kolonne strahlte Kameradschaft und Entschiedenheit aus und animierte zum Mitmachen.

„Das Marschieren singender Kolonnen ist … eine leibliche Übung, in der jedem einzelnen der Eroberungswille und das Siegesbewußtsein eines Glaubens in Fleisch und Blut übergeht.“

(Wilhelm Stählin, evangelischer Theologe, 1934)

Die Marschkolonnen von den Bahnhöfen und Parkplätzen gingen in Sechserreihen. Die vorgesehene Marschgeschwindigkeit betrug vier Kilometer pro Stunde. Zwischen den endlosen Reihen der zivilen Besucher gingen bäuerliche Trachtengruppen und immer wieder auch Gruppen von Uniformierten. Bereits der Anmarsch war als eine militärische Operation inszeniert.

Der lange Strom ziviler Besucher auf einem Feldweg neben einem Großparkplatz, 1933

Private Sammlung

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